marginfiLending
Wie wird Lending mit marginfi in Deutschland versteuert?
Kurz gesagt
Verleihst du Token bei marginfi, verkaufst du sie nicht: Sie behalten ihr Anschaffungsdatum und ihre Kosten, und die Jahresfrist läuft weiter. Die Zinsen sind Einkünfte nach § 22 Nr. 3 EStG. TaxMaxi zählt sie, wenn du abhebst, zu ihrem Wert an diesem Tag: Was dein Guthaben bei marginfi an einem vergangenen 31. Dezember wert war, lässt sich nicht mehr nachlesen. Unter 256 € Einkünften dieser Art im Jahr zahlst du darauf keine Steuer.
Leihst du dir bei marginfi Token gegen deine Sicherheit, ist das kein Einkommen: Die geliehenen Token gelten als zu ihrem Marktwert angeschafft, die Rückzahlung veräußert die Token, mit denen du zurückzahlst. Wird deine Sicherheit liquidiert, ist das ein Verkauf nach § 23 EStG, zum Wert der Schuld, die damit getilgt wurde.
- Stand:
- 17. Oktober 2026
- Grundlage:
- BMF-Schreiben vom 6. März 2025
Was ist marginfi?
marginfi ist eine Lending-App auf Solana. Du verleihst Token wie SOL oder USDC in eine Bank von marginfi, eine je Token, aus der andere sich gegen Sicherheit Token leihen; ihre Zinsen sind deine. Was du verliehen hast, kann zugleich die Sicherheit für einen eigenen Kredit sein.
Anders als bei vielen anderen Lending-Apps bekommst du keinen Beleg-Token ins Wallet. marginfi führt dein Guthaben als Anteil an der Bank in deinem marginfi-Konto, einem Konto auf der Blockchain, das nur dir gehört. Der Wert eines Anteils steigt mit den Zinsen.
- Die App app.marginfi.com Du wählst, was du verleihen oder leihen willst, und bestätigst in deinem Wallet.
- Das Programm MFv2hW…VacA marginfi v2 nimmt die Token in die Bank und führt deinen Anteil in deinem marginfi-Konto.
- Die Banken eine je Token Hier liegen die verliehenen Token; aus ihnen leihen sich andere, und ihre Zinsen lassen deinen Anteil wachsen.
Für die Steuer zählt keine dieser Ebenen für sich, sondern was mit deinen Token geschieht: Verliehen ist nicht verkauft, Zinsen sind Einkünfte, ein Kredit ist eine Anschaffung, seine Rückzahlung eine Veräußerung.
marginfi auf einen Blick
- Art
- Lending auf Solana
Eine Einzahlung bei marginfi auf der Blockchain
Eine echte Einzahlung bei marginfi aus einem öffentlichen Wallet, so wie TaxMaxi sie liest. Für jeden Posten, den das Wallet abgibt, steht daneben, was er steuerlich bedeutet.
- −0,156472272 SOL Verliehenkeine Veräußerung, Anschaffungsdatum und Kosten bleiben
- −0,000055 SOL Netzwerkgebührdie SOL dafür gelten als veräußert, abgezogen wird sie nirgends
Aufgerufene Programme
- marginfiMFv2hW…VacAnimmt die Token in die Bank und führt sie in deinem marginfi-Konto
Ins Wallet kommt nichts zurück: Die SOL liegen jetzt in marginfis SOL-Bank, und der Anteil des Wallets steht in seinem marginfi-Konto. Beim Abheben kommen die verliehenen SOL zurück, und was darüber hinaus kommt, sind die Zinsen.
Ein Beispiel in Euro
Du kaufst im Mai 2024 USDC, verleihst sie im Juni bei marginfi und hebst sie im März 2025 mit den Zinsen ab. So rechnet TaxMaxi die Zinsen:
- 1. Mai 2024Kauf von 1.000 USDC für 930,00 €
- 1. Juni 2024Verliehen: 1.000 USDC, keine Veräußerung
- 1. März 2025Abgehoben: 1.000 USDC zurück, keine neue Anschaffung
- 1. März 2025Zinsen beim Abheben: 60 USDC, Wert 57,60 €
- Zinsen 60 USDC beim Abheben am 1. März 2025
- 57,60 €
- Einkünfte 2025 unter der Freigrenze von 256 €
- 57,60 €
Die Zinsen von 2025 bleiben unter der Freigrenze von 256 € für Einkünfte wie diese. Sind sie zusammen mit Staking-Belohnungen und anderen Einkünften nach § 22 Nr. 3 EStG deine einzigen im Jahr, zahlst du darauf keine Steuer. Ab 256 € ist der ganze Betrag steuerpflichtig, zu deinem persönlichen Steuersatz.
Ein Teil dieser Zinsen ist schon 2024 gewachsen. Nach Randnummer 48a würde er am Ende von 2024 zählen; weil sich der Stand von damals nicht nachlesen lässt, zählt TaxMaxi alles beim Abheben 2025 und vermerkt das im Bericht.
Gerechnet von der Steuer-Engine von TaxMaxi, nach denselben Grundsätzen wie für dein Wallet.
Die rechtliche Grundlage
Ob Lending Steuer kostet, regelt das Einkommensteuergesetz an zwei Stellen: Zinsen sind Einkünfte aus sonstigen Leistungen nach § 22 Nr. 3 EStG, ein Verkauf, eine Rückzahlung oder eine Liquidation ist ein privates Veräußerungsgeschäft nach § 23 EStG. Wie die Finanzämter das auf Kryptowerte anwenden, hat das Bundesministerium der Finanzen in einem Schreiben vom 6. März 2025 festgelegt; daran sind sie gebunden.
Das Schreiben ist in nummerierte Absätze gegliedert, die Randnummern heißen. Bei jedem Grundsatz unten steht, wo er nachzulesen ist; ein Klick öffnet das Schreiben an der Stelle.
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1
Verliehene Token
Verleihst du Token an ein Lending-Protokoll, überlässt du sie zur Nutzung und veräußerst sie nicht. Sie behalten ihr Anschaffungsdatum und ihre Kosten. Der Beleg-Token, den du dafür erhältst, ist nur dein Anspruch auf dieselben Token, kein zweiter Token, und was von den verliehenen Token zurückkommt, ist keine neue Anschaffung.
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2
Zinsen aus Lending
Zinsen aus Lending sind Einkünfte nach § 22 Nr. 3 EStG zu ihrem Marktwert beim Zufluss, und jeder Zins-Token beginnt ein eigenes Anschaffungsdatum. Wachsen die Zinsen nur im Kurs deines Beleg-Tokens, zählen sie spätestens am Ende jedes Jahres, zum Kurs des 31. Dezember, und der Rest, wenn du die Token abhebst.
Nachzulesen im BMF-Schreiben, Randnummern 43, 48a, 54 und 65
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3
Die Freigrenze für Einkünfte
Einkünfte aus sonstigen Leistungen nach § 22 Nr. 3 EStG sind steuerfrei, wenn sie im Jahr unter 256 € bleiben.
Nachzulesen im BMF-Schreiben, Randnummer 45
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- 5
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6
Kredite zurückzahlen
Zahlst du einen Kredit zurück, veräußerst du die zurückgezahlten Token zu ihrem Marktwert. Bei einem Stablecoin-Kredit ergibt das kaum einen Gewinn oder Verlust, bei einem schwankenden Token kann es einen geben. Was du über den geliehenen Betrag hinaus zurückzahlst, sind die Zinsen: Sie werden genauso veräußert und sind private Kosten, die nirgends abgezogen werden.
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7
Liquidation
Nimmt ein Liquidator deine Sicherheit, weil dein Kredit zu groß geworden ist, veräußerst du sie. Der Erlös ist der Wert der Schuld, die der Liquidator damit getilgt hat; sein Aufschlag ist dein Verlust. Liegt die Anschaffung weniger als ein Jahr zurück, zählt der Gewinn oder Verlust.
Häufige Fragen
Warum zählen die Zinsen bei marginfi erst beim Abheben?
Weil sich nicht mehr nachlesen lässt, wie viel sie an einem vergangenen Jahresende waren. Das BMF-Schreiben zählt Einkünfte aus Lending, wenn sie dir zufließen (Randnummer 65), und Token, die du noch nicht abgeholt hast, spätestens zum Ende des Jahres (Randnummer 48a). Bei Lending-Apps mit Beleg-Token liest TaxMaxi deshalb den Kurs jedes 31. Dezember aus den Transaktionen dieses Tages. marginfi hat keinen Beleg-Token: Der Wert deines Anteils steht nur im Konto der Bank, und die Blockchain zeigt ihn für heute, nicht für einen vergangenen Tag. Auch die marginfi-App zeigt keinen Stand zum Jahresende.
TaxMaxi zählt die Zinsen deshalb beim Abheben, als Einkünfte dieses Tages, und vermerkt bei jeder Abhebung über einen Jahreswechsel, dass ein Teil davon schon im Jahr davor gewachsen ist und nach Randnummer 48a dorthin gehören würde. Der Vermerk steht im Bericht, damit du oder deine Steuerberatung ihn sehen. In den fremden Wallets, die wir dafür gelesen haben, waren das meist Cent, selten ein paar Euro.
Ist das Verleihen selbst steuerpflichtig?
Nein. Beim Lending überlässt du Token zur Nutzung gegen eine Vergütung (Randnummer 26), du verkaufst sie nicht. Die verliehenen Token behalten ihr Anschaffungsdatum, und die Jahresfrist läuft weiter: Verkaufst du sie nach dem Abheben mehr als ein Jahr nach dem Kauf, ist der Gewinn steuerfrei, auch wenn sie die meiste Zeit verliehen waren.
Was passiert steuerlich, wenn ich bei marginfi einen Kredit aufnehme?
Die geliehenen Token gehören dir zur Nutzung: Du kannst sie ausgeben oder tauschen. Bei der Aufnahme gelten sie als zu ihrem Marktwert angeschafft, Einkünfte sind sie nicht. Zahlst du zurück, veräußerst du die Token, mit denen du zurückzahlst. Bei einem Kredit in USDC ergibt das kaum einen Gewinn oder Verlust, bei einem schwankenden Token kann es einen geben. Was du über den Kredit hinaus zurückzahlst, sind Zinsen: private Kosten, die nirgends abgezogen werden. Das BMF-Schreiben sagt zum Kredit nichts ausdrücklich; TaxMaxi folgt dem, was es für die Anschaffung und den Tausch sagt.
Was gilt bei einer Liquidation?
Wird dein Kredit zu groß für deine Sicherheit, nimmt ein Liquidator einen Teil der Sicherheit und tilgt dafür einen Teil deiner Schuld. Steuerlich verkaufst du die genommenen Token, und der Erlös ist der Wert der getilgten Schuld; der Aufschlag des Liquidators ist dein Verlust. Liegt der Kauf der Token weniger als ein Jahr zurück, zählt der Gewinn oder Verlust. Eine Liquidation steht nicht in deinem Wallet, sondern nur in der Geschichte deines marginfi-Kontos; TaxMaxi liest sie dort.
Wann fragt mich TaxMaxi bei marginfi nach?
Bei einem Flash Loan oder Loop, bei dem in einer Transaktion verliehen, geliehen und getauscht wird: Danach weiß TaxMaxi nicht mehr sicher, wie viel von deinem Guthaben verliehen und wie viel Zins ist, und fragt bei der nächsten Abhebung. Ebenso, wenn du etwas abhebst, dessen Einzahlung TaxMaxi nicht gesehen hat, weil sie vor dem Beginn deines Wallets lag oder aus einem anderen Wallet kam. Dann fehlen Datum und Menge des Verliehenen, und nur du kennst sie. TaxMaxi rät nicht, sondern legt dir die Transaktion in der Prüfung vor.
Weitere Solana-Protokolle
Diese Seite erklärt, wie TaxMaxi rechnet. Sie ist keine Steuerberatung und ersetzt keine Steuerberaterin und keinen Steuerberater.