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Wie wird Staking in Deutschland versteuert?

Kurz gesagt

Wenn du Coins stakst, veräußerst du sie nicht: Sie werden gesperrt, aber nicht übertragen, egal auf welcher Chain. Steuerpflichtig sind die Belohnungen: Jede ist Einkommen nach § 22 Nr. 3 EStG, zu ihrem Euro-Wert am Tag, an dem sie dir gutgeschrieben wird. Bleiben deine Einkünfte dieser Art im Jahr zusammen unter 256 €, zahlst du darauf keine Steuer.

Mit der Gutschrift schaffst du die neuen Coins an. Verkaufst oder tauschst du sie innerhalb eines Jahres, ist der Gewinn steuerpflichtig nach § 23 EStG, danach steuerfrei. Für die Coins, die du gestakt hast, läuft die Jahresfrist einfach weiter; Staking verlängert sie nicht.

Stand:

Was ist Staking?

Blockchains wie Ethereum und Solana wählen die Rechner, die neue Blöcke erstellen, nach ihrem Stake aus: Coins, die für sie gesperrt sind. Diese Rechner heißen Validatoren. Beim Staking gibst du deine Coins einem Validator als Stake, ohne selbst Blöcke zu erstellen, und bekommst dafür einen Teil seiner Belohnungen. Das BMF-Schreiben nennt das passives Staking (Randnummer 13).

Wie du stakst, ändert, was steuerlich passiert. Es gibt vier Wege:

Natives StakingSOL, ETH, ATOM, DOT
Deine Coins bleiben in einem Konto, das dir gehört, gesperrt für einen Validator. Nichts wird veräußert. Jede Belohnung ist Einkommen an dem Tag, an dem sie dir gutgeschrieben wird (Randnummer 48).
Liquid StakingJito, Marinade, Lido, Rocket Pool
Du gibst deine Coins einem Pool und erhältst dafür seinen Token, etwa JitoSOL oder stETH. TaxMaxi liest das als Tausch: Die Coins sind veräußert, der Token ist angeschafft (Randnummer 54).
Staking auf einer BörseCoinbase, Kraken, Bitpanda
Die Börse stakt für dich. Das BMF-Schreiben nennt es Plattform-Staking und behandelt es wie natives Staking: Die Belohnungen sind Einkommen, wenn sie dir gutgeschrieben werden (Randnummer 13).
Eigener Validatorselbst betrieben
Wer selbst Blöcke erstellt, stakt nicht passiv. Das BMF-Schreiben nennt das Forging; es kann eine gewerbliche Tätigkeit sein und folgt eigenen Regeln (Randnummern 34 bis 39).

Für die Steuer zählt nicht die Chain, sondern was mit deinen Coins geschieht: Gestakt ist nicht veräußert, jede Belohnung ist Einkommen, und erst ein Verkauf oder Tausch ist eine Veräußerung.

Ein Beispiel in Euro

Am Beispiel von SOL, mit ETH oder einem anderen Coin rechnet es sich genauso: Du kaufst im Februar 2025 10 SOL, stakst sie zwei Tage später, hebst im März 2026 alles ab und verkaufst es im April. Statt jeder Gutschrift zeigt das Beispiel drei, die Euro-Werte sind angenommen. So rechnet TaxMaxi die Belohnungen und den Verkauf:

  1. 1. Februar 2025Kauf von 10 SOL für 1.500,00 €
  2. 3. Februar 2025Gestakt: 10 SOL in dein Stake-Konto, keine Veräußerung
  3. 1. Mai 2025Belohnung gutgeschrieben: 0,2 SOL, Wert 28,00 €
  4. 1. November 2025Belohnung gutgeschrieben: 0,3 SOL, Wert 48,00 €
  5. 1. Februar 2026Belohnung gutgeschrieben: 0,1 SOL, Wert 12,00 €
  6. 2. März 2026Abgehoben: 10,6 SOL aus dem Stake-Konto zurück, keine neue Anschaffung
  7. 1. April 2026Verkauf von 10,6 SOL für 1.696,00 €

Staking-Belohnungen 2025

Belohnung 0,2 SOL vom 1. Mai 2025
28,00 €
Belohnung 0,3 SOL vom 1. November 2025
48,00 €
Einkünfte 2025 unter der Freigrenze von 256 €
76,00 €

Staking-Belohnungen 2026

Belohnung 0,1 SOL vom 1. Februar 2026
12,00 €
Einkünfte 2026 unter der Freigrenze von 256 €
12,00 €

Verkauf am 1. April 2026: 10,6 SOL

10 SOL vom 1. Februar 2025 nach 424 Tagen, steuerfrei
+100,00 €
0,2 SOL Belohnung vom 1. Mai 2025 nach 335 Tagen, steuerpflichtig
+4,00 €
0,3 SOL Belohnung vom 1. November 2025 nach 151 Tagen, steuerpflichtig
+0,00 €
0,1 SOL Belohnung vom 1. Februar 2026 nach 59 Tagen, steuerpflichtig
+4,00 €
Gewinn steuerpflichtig
+8,00 €

Die Belohnungen jedes Jahres bleiben unter der Freigrenze von 256 € für Einkünfte wie diese. Sind sie zusammen mit Zinsen aus Lending und anderen Einkünften nach § 22 Nr. 3 EStG deine einzigen im Jahr, zahlst du darauf keine Steuer. Ab 256 € ist der ganze Betrag steuerpflichtig, zu deinem persönlichen Steuersatz. Der steuerpflichtige Gewinn 2026 von 8,00 € liegt unter der Freigrenze von 1.000 € für private Veräußerungen: Ist er dein einziger im Jahr, zahlst du darauf keine Steuer. Der Gewinn von 100,00 € auf die SOL, die länger als ein Jahr gehalten waren, ist steuerfrei.

Die 10 SOL lagen die meiste Zeit im Stake-Konto und behielten dabei ihr Kaufdatum vom 1. Februar 2025: Beim Verkauf waren sie länger als ein Jahr gehalten, der Gewinn darauf ist steuerfrei. Staking verlängert die Frist nicht.

Gerechnet von der Steuer-Engine von TaxMaxi, nach denselben Grundsätzen wie für dein Wallet.

Staking auf deiner Chain

Wie Staking auf einer Chain aussieht, wann die Belohnungen kommen und was ein Liquid-Staking-Token dort tut, steht auf der Seite der Chain, mit einer echten Transaktion und den Protokollen, die TaxMaxi liest.

Weitere Themen: Bridges, Lending. Alle Themen auf einen Blick: DeFi-Steuern in Deutschland.

Die rechtliche Grundlage

Ob Staking Steuer kostet, regelt das Einkommensteuergesetz (§ 22 EStG und § 23 EStG). Wie die Finanzämter das auf Kryptowerte anwenden, hat das Bundesministerium der Finanzen in einem Schreiben vom 6. März 2025 festgelegt; daran sind sie gebunden. Es gilt für jede Chain gleich.

Das Schreiben ist in nummerierte Absätze gegliedert, die Randnummern heißen. Bei jedem Grundsatz unten steht, wo er nachzulesen ist; ein Klick öffnet das Schreiben an der Stelle.

  1. 1

    Staking-Belohnungen

    Belohnungen aus passivem Staking sind Einkünfte zu ihrem Marktwert, wenn sie gutgeschrieben werden. Beim nativen Staking auf Solana geschieht das in jeder Epoche, etwa alle zwei Tage, und jede Belohnung zählt an ihrem Tag in dem Jahr, in dem sie gutgeschrieben wurde, nicht erst beim Abheben.

    Nachzulesen im BMF-Schreiben, Randnummern 13, 48 und 48a

  2. 2

    Einkünfte

    Staking-Belohnungen, Zinsen aus Lending und Airdrops, für die du etwas tun musstest, sind Einkünfte zum Marktwert beim Erhalt. Dieser Wert sind zugleich die Anschaffungskosten des Tokens.

    Nachzulesen im BMF-Schreiben, Randnummern 48, 54, 65, 70 und 75

  3. 3

    Die Freigrenze für Einkünfte

    Einkünfte aus sonstigen Leistungen nach § 22 Nr. 3 EStG sind steuerfrei, wenn sie im Jahr unter 256 € bleiben.

    Nachzulesen im BMF-Schreiben, Randnummer 45

  4. 4

    Ein Jahr Haltedauer

    Das Jahr läuft vom Tag der Anschaffung bis zum Tausch, und mit jedem Tausch beginnt es für den erhaltenen Token neu. Eine Verlängerung auf zehn Jahre gibt es nicht.

    Nachzulesen im BMF-Schreiben, Randnummern 55 und 63

  5. 5

    Zuerst gekauft, zuerst getauscht

    Hast du denselben Token zu verschiedenen Zeiten gekauft, gilt der zuerst gekaufte als zuerst getauscht, je Wallet gerechnet.

    Nachzulesen im BMF-Schreiben, Randnummern 61 und 62

  6. 6

    Ein Tausch ist eine Veräußerung

    Ein Swap veräußert den Token, den du abgibst, und schafft den an, den du erhältst. Ein Gewinn ist steuerpflichtig, wenn zwischen Anschaffung und Tausch nicht mehr als ein Jahr liegt.

    Nachzulesen im BMF-Schreiben, Randnummern 53 und 54

  7. 7

    Die Freigrenze

    Liegt die Summe aller Gewinne aus privaten Veräußerungen im Jahr unter 1.000 € (bis 2023: 600 €), ist sie steuerfrei. Darüber ist sie ganz steuerpflichtig, nicht nur der Teil über der Grenze.

    Nachzulesen im BMF-Schreiben, Randnummer 53

Häufige Fragen

Ist Staking steuerpflichtig?

Das Staken selbst nicht: Deine Coins werden gesperrt, aber nicht übertragen (Randnummer 13), es wird nichts veräußert. Steuerpflichtig sind die Belohnungen: Sie sind Einkünfte nach § 22 Nr. 3 EStG, zu ihrem Marktkurs, wenn du sie erhältst (Randnummer 48). Steuer zahlst du darauf erst, wenn deine Einkünfte dieser Art im Jahr zusammen 256 € erreichen.

Wie hoch ist die Freigrenze für Staking?

256 € im Jahr, für alle Einkünfte aus sonstigen Leistungen nach § 22 Nr. 3 EStG zusammen, also Staking-Belohnungen, Zinsen aus Lending und Ähnliches (Randnummer 45). Es ist eine Freigrenze, kein Freibetrag: Bleibst du darunter, ist alles steuerfrei; erreichst du 256 €, ist der ganze Betrag steuerpflichtig. Die 1.000 € für Gewinne aus privaten Veräußerungen sind eine eigene Grenze.

Wann muss ich Staking-Belohnungen versteuern?

In dem Jahr, in dem sie dir gutgeschrieben werden, zum Kurs an diesem Tag. Musst du eine Belohnung erst abholen, darf das Abholen als Tag gelten; was du bis Silvester nicht abgeholt hast, zählt spätestens zum Ende des Jahres (Randnummer 48a). Den Tageskurs statt des Kurses zur Minute lässt das BMF-Schreiben zu (Randnummer 91).

Verlängert Staking die Haltefrist auf zehn Jahre?

Nein. Für Currency und Payment Token wie ETH oder SOL schließt das BMF-Schreiben die zehn Jahre aus (Randnummer 63). Für die gestakten Coins läuft die Jahresfrist ab dem Kauf weiter, auch während sie gesperrt sind; nach mehr als einem Jahr ist ein Verkauf steuerfrei. Jede Belohnung hat ihre eigene Jahresfrist, ab dem Tag ihrer Gutschrift. Für Coins, die du ab 2027 anschaffst, soll die Haltefrist laut einem Entwurf des Finanzministeriums wegfallen: Was sich ab 2027 ändern soll.

Ist Liquid Staking steuerpflichtig?

Der Einstieg ist ein Tausch: Du gibst Coins ab und erhältst einen Token wie JitoSOL oder stETH. So liest TaxMaxi das, weil du einen anderen Token bekommst (Randnummer 54). Ist das weniger als ein Jahr nach dem Kauf der Coins, ist ein Gewinn darauf steuerpflichtig. Das BMF-Schreiben spricht nicht ausdrücklich von Liquid Staking. Wie TaxMaxi die Token auf Solana liest, steht auf den Seiten zu Jito und Marinade.

Muss ich jede Staking-Belohnung einzeln angeben?

Rechnen musst du jede einzeln, eintragen nicht. Jede Belohnung zählt mit ihrem Kurs am Tag der Gutschrift (Randnummern 43 und 91). In der Steuererklärung steht die Summe deiner Einkünfte dieser Art im Jahr; wie sie zustande kommt, solltest du dem Finanzamt auf Nachfrage zeigen können. TaxMaxi rechnet jede Belohnung an ihrem Tag und fasst sie im Bericht zusammen.

Wie versteuere ich Staking auf einer Börse?

Wie natives Staking: Die Belohnungen sind Einkünfte nach § 22 Nr. 3 EStG an dem Tag, an dem die Börse sie dir gutschreibt (Randnummer 13). Für die Jahresfrist zählen die Zeiten, die die Börse aufzeichnet (Randnummer 55). Seit 2026 melden Börsen in der EU die Transaktionen ihrer Kunden an die Steuerbehörden; angeben musst du die Einkünfte trotzdem selbst.

Quellen

Diese Seite erklärt, wie TaxMaxi rechnet. Sie ist keine Steuerberatung und ersetzt keine Steuerberaterin und keinen Steuerberater.

Bundesministerium der Finanzen

BMF-Schreiben vom 6. März 2025

Eine Abschrift des Schreibens, in dem das Bundesministerium der Finanzen festlegt, wie Finanzämter Kryptowerte besteuern. Die Absätze sind nummeriert; diese Nummern heißen Randnummern. Das Original ist oben verlinkt.

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